Love & Blues In The City

Release

Love & Blues In The City

Label: 
Herzog Records
Vertrieb: 
Soulfood / Believe
Kat.Nr: 
901071 HER
VÖ: 
29.09.2017
- Love & Blues In The City

Foto-Shootings sind anstrengend! Auch für einen Soul-, Jazz- und Blues-Sänger, bei dem man einen gewissen Hang zum Extrovertierten natürlich voraussetzen darf. Jeff Cascaro ist Profi mit Herzblut – oder Herzblut-Profi? Und wenn gerade eben noch eher der Profi gefragt war, prägt doch beides alle Schritte der Produktion seines neuen Albums „Love & Blues In The City“.

Nun aber sitzt er, sichtlich entspannt, an der Bar auf der Dachterrasse eines Berliner Hotels und lauscht aufmerksam und fast kindlich hingerissen Nat King Cole, der im Hintergrund aus den Boxen croont. Sofort ist er im Thema:

„Sensationell, welch wahnsinnige Balance Nat King Cole hat. Eine unglaubliche Stimme, immer in der Musik, ein perfekter Sänger, für mich. Darum ging es ja doch über viele Jahrzehnte im Jazz – um eine Interpretation großer Songs. Die großen Sängerinnen und Sänger haben diese Fertigkeiten sogar im Kontext einer Big Band beibehalten. Ella, Sarah Vaughan, Nancy Wilson, Sinatra, Joe Williams, Tony Bennett und einige andere haben dies unglaublich zelebriert. Zeitlos und schön!“

 

Die Leidenschaft, mit der Jeff Cascaro über seine musikalischen Vorbilder und die Geschichte des Jazz spricht, ist ansteckend und mitreißend und sie perlt aus jeder Pore von „Love & Blues In The City“. Anders als bei den zurückliegenden Soul-Jazz-Alben ist es luftiger und feiner in den Nuancen geworden, eine Hinwendung zum klassischen Jazz Gesang:

„Die Zeit war reif, eine jazzigere, vielleicht sogar intimere Platte aufzunehmen. Ich hatte Lust, die Stimme stärker in den Vordergrund zu stellen.“ Damit einhergehend hat er die Besetzung geändert und aufs Notwendige reduziert - somit den Platz für die liebevollen Details geschaffen. Am Piano sitzen mit Roberto Di Gioia und Hendrik Soll ausgewiesene Jazz Cats. An den Drums Jörg Achim Keller und Flo Dauner. Bassist und zugleich Produzent des Albums ist Christian von Kaphengst. Eine Quartett Aufnahme! Und die Produktion schenkt auch wirklich allen Mitwirkenden den verdienten Klangraum.

 

Das Aufeinandertreffen der Top Musiker im Studio war penibel vorbereitet und doch wurde großer Wert darauf gelegt, die Musik auch zu „spielen“: „Nicht alle Parts der Aufnahme sind fixiert, es sollte unbedingt Raum für Einfälle und Spontanität geben. Jazzige Lebendigkeit und Dynamik sollten erhalten bleiben und sind mir einfach wichtig.“

„Intensiv“, so der Sänger, „war die Songauswahl. Wir haben ungeheuerlich viel Material geprüft. Unsere Idee war es, eine Klangfarbe zu finden, die in allen Songs angelegt und auch musikalisch umgesetzt werden kann.“ 10 Songs sind es final geworden: 7 Cover Songs und 3 Eigenkompositionen. Alle Songs kreisen um das Thema Love & Blues und sind in einen urbanen, modernen Sound gewandet, gleichermaßen stilsicher, wie originell – und stets getreu der alten Weisheit, dass ein Song nur dann wahrlich interpretiert ist, wenn ein Musiker ihn sich ganz zu eigen gemacht hat.

 

Mit Jörg Achim Keller, dem international renommierten Arrangeur und Schlagzeuger, und Christian von Kaphengst, dem Bassisten von Till Brönner, hat sich Jeff Cascaro zwei Menschen mit Feingefühl für Arrangements geholt. Zupackende, swingende Momente stehen neben extrem zart interpretierten Balladen. Man höre sich „A Taste of Honey“ oder „Since I Fell For You“ an: ungeheuer fragil und schön. Der Opener, „My Babe“ von Willie Dixon, nimmt wunderbare Fahrt auf und rauscht förmlich in die Klangwelt des Albums hinein. „Ode to Billy Joe“, jener folkige Millionseller aus den Sixties, ist eine überraschend bouncende Mod Jazz-Nummer geworden. Der „Inner City Blues“ hat feine Reharmonisierungen erfahren und ist nebst dem „Stormy Monday Blues“ eines der jazzigeren Stücke des Albums. Das erstklassige „Ain’t No Love In The Heart Of The City“ entkernt die kraftvoll funkige Interpretation von Bobby ‚Blue‘ Bland und verleiht dem Song eine geradezu elegisch groovende Note; in diesem Geiste ist auch das Duett „I Love you baby“, mit der umwerfenden Gastsängerin Fola Dada, angelegt. Den Ausklang des Albums bildet die Ballade „Hold On to Now“, ein schon fast klassischer Torchsong, dessen Lyrics die Texterin Robin Meloy Goldsby, nebst zwei weiteren Titeln, beigetragen hat.

 

Nicht zu vergessen darüber hinaus: Jeff Cascaro ist nicht nur einer der bedeutendsten Jazz-Sänger des Landes, sondern auch ein Instrumentalist von eindrucksvoll melodisch-gestalterischer Finesse. Seine Trompeten- und Flügelhorn-Soli setzen einer rundum gelungenen Produktion das eine oder andere I-Tüpfelchen auf.

 

Der in Weimar lehrende Gesangsprofessor hat bereits in der Vergangenheit stilbildende Alben herausgegeben. Im Puls von „Love & Blues In The City“ hat er nun sein Herzblut vergossen, auf dass der urbane Sound des Albums in die Herzen der Städte vordringe und sie mit dringend benötigter musikalischer Liebe fülle – it´s a classy love affair.

Pressebilder: